Das Schaf

Kennst du diese Angst: Verloren zu gehen?

Als Einzige nicht dazuzugehören. Manchmal erwischt es mich. Dann stelle ich mir vor, ich wäre das einzige Schaf, das verloren gegangen ist. Während 99 andere Schafe mit dem Hirten weiterziehen. Das macht mir Angst. Denn ich brauche meine Gemeinschaft, meine Freundinnen und Freunde, meine Gleichgesinnten. Ich bin ein Schaf und ich suche den Schutz meiner Gruppe.

 

Vielleicht kennst du auch diesen Zusammenhalt, die Treue, das Einstehen füreinander. Das macht mich glücklich. Da sind wir Schafe manchmal sogar Vorbild. Wir sind nicht einfach unterwürfig und folgen blind. Das wirkt vielleicht so. Wir sind vor allem stark im Team und wir helfen uns. Und wir helfen den Menschen. Ja, wir Schafe sind Meister der Kooperation. Das macht mich ein bisschen stolz.

Darum habe ich hier auch meinen Platz. Ich erinnere die Menschen an etwas: An ihre Gemeinschaft. An Hilfsbereitschaft. Daran, dass Egoismus und Macht ins Unglück führen, wir aber alle zusammenhalten müssen. Wir brauchen uns. Ich glaube, dass das Kind in der Krippe mich sieht und sieht, dass ich zum Vorbild tauge. Ich bin ein Schaf und ich glaube, dass ich eigentlich gar nicht verloren gehen kann. Denn da ist einer, der mir immer nachgehen und mich retten würde. Mit der Hoffnung lebe ich.